Alles was du wissen musst: Zelte, Bierpreise, Tracht, Anreise und Insider-Tipps für das weltgrößte Volksfest in München.
Das Münchner Oktoberfest ist mit über 6 Millionen Besuchern pro Jahr das größte Volksfest der Welt. Auf der Theresienwiese (kurz: Wiesn) in München werden jährlich rund 6,5 Millionen Liter Bier getrunken. Das Fest läuft 16 Tage, vom 19. September bis 4. Oktober 2026. Über 40 Festzelte (davon 14 große) bewirten die Besucher, 14 Biermarken (alle sechs traditionellen Münchner Brauereien: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner, Spaten) sorgen für Nachschub, und über 3.000 Fahrgeschäfte und Schaustellerbetriebe runden das Programm ab.
Weitere Wiesn-Fakten: ca. 12.000 Mitarbeiter auf dem Gelände, 420.000 Hendl (Hähnchen) und 59 Ochsen werden verspeist, und jährlich werden ca. 6.500 Fundsachen abgegeben. Das Oktoberfest findet seit 1810 statt (mit einigen Unterbrechungen) und hat sich von einem Pferderennen zum weltberühmten Volksfest entwickelt.
| Zelt | Brauerei | Kapazität | Charakter |
|---|---|---|---|
| Hofbräuzelt | Hofbräu München | 10.000 | International, laut, touristisch, bekannt |
| Schottenhamel | Spaten | 10.000 | Jüngstes Publikum, offizielles Anzapf-Zelt |
| Augustinerzelt | Augustiner | 6.000 | Traditionellstes Zelt, Holzfässer, Stammgäste |
| Hippodrom | Spaten | 3.200 | VIP-Atmosphäre, Promi-Treffpunkt |
| Käfer's Wiesn-Schänke | Paulaner | 2.900 | Luxuriösestes Zelt, teuerste Tische |
| Löwenbräuzelt | Löwenbräu | 8.000 | Traditionell, gute Stimmung, Münchner Publikum |
| Paulaner Winzerer Fähndl | Paulaner | 8.450 | Beliebt, familienfreundlich |
| Hacker-Festzelt | Hacker-Pschorr | 9.300 | "Himmel der Bayern", blauer Sternenhimmel innen |
| Produkt | Preis 2025 | Preis 2026 (erwartet) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Maß Bier (1 Liter) | €13,80–15,30 | €14,50–16,50 | Inkl. MwSt., variiert je Zelt |
| Halbe Bier (0,5 L) | €7,50–8,50 | €8,00–9,00 | Gute Option für Einsteiger |
| Hendl (½ Hähnchen) | €14,50–17,00 | €15,00–18,00 | Klassisches Wiesn-Gericht |
| Brezn (Brezel) | €4,50–6,00 | €5,00–7,00 | Groß, frisch, ideal zum Bier |
| Steckerlfisch | €10,00–13,00 | €11,00–14,00 | Gegrillte Makrele, Wiesn-Spezialität |
| Ochsenbraten (Portion) | €22,00–28,00 | €23,00–29,00 | Über offenem Feuer gegart, Highlight |
| Lebkuchenherz groß | €15,00–25,00 | €16,00–26,00 | Beliebtes Andenken |
| Fahrgeschäfte | €5,00–12,00 | €5,00–13,00 | Pro Fahrt; Großattraktionen teurer |
Tracht ist auf dem Oktoberfest keine Pflicht, aber sie ist sehr erwünscht und macht deutlich mehr Spaß. In traditionellen Zelten wie dem Augustinerzelt oder dem Hackerzelt fühlt man sich ohne Tracht etwas fehl am Platz. Im Hofbräuzelt ist alles erlaubt. Empfehlung: Einfaches Dirndl oder Lederhosen-Set kaufen und den Wiesn-Spirit voll erleben.
Das Angebot reicht von günstig bis hochwertig:
Ein wichtiger Tracht-Knigge: Die Position der Dirndl-Schleife verrät den Beziehungsstatus. Links = Single (frei). Rechts = vergeben. Mitte vorne = Jungfrau. Hinten = Verwitwet oder Servicepersonal. Diese Bayern-Tradition ist weitgehend bekannt, aber längst nicht alle Wiesn-Besucherinnen kennen sie.
Die Theresienwiese ist direkt an zwei U-Bahn-Stationen erreichbar: U4/U5 Theresienwiese (Südeingang) und U3/U6 Goetheplatz (Nordeingang). Alle Linien fahren ab München Hauptbahnhof, die Fahrzeit beträgt nur 2 Minuten. MVV-Tageskarte kostet ca. €9,20 (Einzelperson) oder €23,90 (Gruppe bis 5). Für An- und Abreise wird die Isarcard oder ein Tagesticket empfohlen – an den Automaten gibt es lange Schlangen während der Wiesn.
Wiesn-Besucher kommen aus ganz Deutschland und Europa per Zug. Der Münchner Hauptbahnhof liegt ca. 1 km von der Theresienwiese entfernt (15 Minuten Fußweg) oder 2 Minuten per U-Bahn. An Wiesn-Wochenenden fahren Deutsche Bahn und Bayerische Oberlandbahn Sonderzüge. Wer spontan kommt: Tickets im Voraus buchen, da Preise stark steigen. Hotel-Buchung ist 6–12 Monate im Voraus empfehlenswert – zentrale Hotels kosten in Wiesn-Zeit 3–5x den Normalpreis.
Auf dem Oktoberfest darf nur das sogenannte Wiesn-Bier ausgeschenkt werden – ein speziell gebrautes Märzenbier oder Festbier der sechs Münchner Traditionsbrauereien: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Alle Biere müssen nach dem Bayerischen Reinheitsgebot (1516) gebraut sein und einen Alkoholgehalt von 5,8–6,3 % aufweisen. Sie sind lagertypisch, malzig und etwas süßer als normales Helles. Nicht-alkoholische Biere und Biermischgetränke sind in den großen Zelten übrigens nicht erhältlich – dafür gibt es alkoholfreie Alternativen wie Mineralwasser, Apfelschorle und Radler.
Entgegen dem Partyruf ist das Oktoberfest tatsächlich sehr familienfreundlich – zumindest tagsüber. Die Familienwiesn läuft täglich von 10–18 Uhr, danach wird es lauter und alkohollastiger. Tipps für Familien:
Der Eröffnungsumzug des Oktoberfests, der Trachten- und Schützenzug, findet am ersten Wiesn-Sonntag statt (2026: 20. September). Der Zug führt durch die Münchner Innenstadt von der Maximilianstraße bis zur Theresienwiese – rund 9,5 km Strecke. Über 8.000 Teilnehmer in Tracht, auf Kutsche und zu Pferd, mit Blaskapellen und Schützenvereinen aus ganz Bayern und der ganzen Welt nehmen teil. Für Besucher: Gute Plätze entlang der Route früh morgens reservieren. Der Zug beginnt um 10 Uhr in der Maximilianstraße und erreicht die Wiesn gegen 12 Uhr.
Jedes Festzelt hat seine eigene Band – in der Regel eine Blaskapelle oder Stimmungsband, die von 11 bis 23 Uhr spielt. Die Musik ist ein Mix aus bayerischer Volksmusik, deutschen Schlagern und internationalen Hits ("Sweet Caroline", "Mr. Brightside", "Hulapalu" von Andreas Gabalier). Im Hofbräuzelt ist die Stimmung am internationalsten und lautesten. Im Augustinerzelt spielen oft traditionellere Kapellen. Tipp: In manchen Zelten wird auf Bänken getanzt – das ist erlaubt, aber nicht überall gerne gesehen.
Das Oktoberfest ist gut bewacht: Über 600 Polizisten und zahlreiche Ordner sind im Einsatz. Die Kriminalitätsrate ist gemessen an der Besucherzahl sehr niedrig. Trotzdem gilt Vorsicht vor Taschendiebstahl. Das Fundbüro befindet sich am Eingang der Theresienwiese (Paul-Heyse-Straße). Täglich werden mehrere Hundert Gegenstände abgegeben – darunter Portemonnaies, Handys und Trachten. Sanitätsstationen sind auf dem Gelände verteilt und rund um die Uhr besetzt. Im Ernstfall: Notruf 110 (Polizei) oder 112 (Rettung).
Das Oktoberfest 2026 findet vom 19. September bis 4. Oktober 2026 auf der Theresienwiese in München statt. Öffnungszeiten: täglich 10 Uhr (Sonntag ab 9 Uhr). Das Anzapfen findet am ersten Samstag um 12 Uhr statt. Das letzte Bier wird am Schlusstag um 22:30 Uhr ausgeschenkt.
Eine Maß (1 Liter) kostet 2026 voraussichtlich €14,50 bis €16,50 je nach Zelt. Augustiner und Hacker sind etwas günstiger, Hippodrom und Käfer teurer. Brezn kosten ca. €5–7, Hendl ca. €15–18. Budget für einen normalen Wiesn-Tag: ca. €60–90 inkl. Anreise, Eintritt (kostenlos), 2 Maß und Essen.
Reservierungen öffnen meist im Januar oder Februar auf den Zelt-Websites (z.B. schottenhamel.de, hofbraeuhaus.de, augustiner-restaurant.com). Mindestbestellwert ca. €12–15 pro Person in Speisen und Getränken. Am Wochenende fast unverzichtbar. Unter der Woche ist auch ohne Reservierung problemlos Einlass möglich.
Absolut! Ca. 20% der Besucher kommen aus dem Ausland, Englisch wird überall verstanden. Für Erstbesucher empfehlen sich: Wochentag-Besuch, traditionelles Zelt (Augustinerzelt), Tracht mieten am Bahnhof, früh ankommen (vor 11 Uhr), Bargeld mitnehmen. Das Oktoberfest ist für alle Altersgruppen ein Erlebnis – von Familienausflügen tagsüber bis zur Partynacht.
Ja, absolut – Tracht ist keine Pflicht. In den großen Zelten wie Hofbräuzelt und Löwenbräuzelt sind auch Jeans und normale Kleidung akzeptiert. Wer jedoch ins Augustinerzelt, Hacker-Festzelt oder Hippodrom möchte und das volle Erlebnis genießen will, fühlt sich mit Tracht deutlich wohler. Verleih ist günstig und einfach: Dirndl-Verleih ab ca. €50, Lederhose-Set ab ca. €60, meist nahe dem Hauptbahnhof.
Das Gelände selbst ist kostenlos zugänglich – kein Eintrittsgeld für die Theresienwiese. Kosten entstehen erst durch Bier, Essen und Fahrgeschäfte im Inneren. Die einzige Ausnahme ist die "Oide Wiesn" (historischer Teil), die €4 Eintritt kostet. Tipp: Das Oktoberfest ist eine der wenigen Großveranstaltungen der Welt mit freiem Eintritt.
Als Faustregel gilt: €60–100 pro Person für einen normalen Besuchstag. Aufschlüsselung: An- und Abreise (MVV-Tageskarte ca. €9), 2 Maß Bier (ca. €30–33), eine Mahlzeit (Hendl + Brezn ca. €22), Fahrgeschäfte (€15–25), Kleinigkeiten/Souvenirs. Wer ein Wiesn-Herz und Souvenirs kaufen möchte, sollte €100–130 einplanen. Gruppen teilen manchmal eine Maß zum Ankommen.