Pfandbecher im Konzert funktionieren wie ein Leihsystem: du zahlst beim Getränkekauf einen Pfandbetrag auf den Becher, bekommst dein Geld zurück, wenn du den Becher an der Pfandrückgabe abgibst, oder nimmst ihn als Souvenir mit. Das System spart Müll, schützt vor Glasscherben und ist bei den meisten Hallen und Festivals mittlerweile Standard.
Das Prinzip ist einfach: wenn du an einem Getränkestand ein Bier, eine Cola oder ein anderes Getränk bestellst, zahlst du neben dem Getränkepreis einen Pfandbetrag für den Becher. Dieser Pfandbetrag ist kein Aufschlag, sondern ein Pfand, das du vollständig zurückbekommst, wenn du den leeren Becher an einer Rückgabestelle oder an einem beliebigen Getränkestand abgibst.
In den meisten Venues bekommst du einen Hartplastikbecher, der nach dem Konzert gespült und wiederverwendet wird. Manche Hallen nutzen Becher mit dem Logo des Künstlers oder der Veranstaltung, die als Sammlerstück beliebt sind. Du entscheidest am Ende des Abends: Becher zurückgeben und Pfand kassieren, oder Becher behalten und auf das Pfand verzichten.
An größeren Venues gibt es mehrere Rückgabepunkte, oft an den Getränkeständen selbst oder an separaten Pfandschaltern. Achte darauf, dass du den Becher im gleichen Pfandsystem zurückgibst, in dem du ihn bekommen hast, denn manche Festivals haben verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Betreibern.
Der Pfandbecher ist nicht nur eine Umweltmaßnahme, sondern auch eine Sicherheitsfrage. Glasflaschen und Glasbecher sind in den meisten Konzerthallen und auf Festivals verboten, weil Glasscherben im Gedränge und im Dunkeln eine ernste Verletzungsgefahr darstellen. Mehrwegbecher aus Hartplastik lösen dieses Problem: sie gehen nicht kaputt, wenn sie auf den Boden fallen, und sind leicht genug, dass sie im Gedränge niemandem wehtun.
Für die Umwelt ist der Effekt ebenfalls positiv. Ein Einwegbecher wird einmal benutzt und landet im Müll. Ein Mehrwegbecher wird je nach Material und Anbieter dutzende Male gespült und wiederverwendet, bevor er recycelt wird. Bei einem großen Konzert mit mehreren tausend Besuchern spart das eine erhebliche Menge Abfall, die sonst auf dem Hallengelände oder dem Festivalgelände liegen würde.
Für dich als Besucher ändert sich wenig: du bekommst dein Getränk im Becher, zahlst etwas mehr an der Kasse und bekommst das Pfand zurück. Der einzige Unterschied zum Einwegbecher ist, dass du den Becher nicht einfach fallen lässt, sondern zurückbringst oder bewusst behältst.
Viele Konzertbesucher sammeln Pfandbecher gezielt als Erinnerungsstücke. Becher mit dem Tourlogo, dem Datum oder einem besonderen Design sind bei Fans beliebt und werden in Sammlungen aufbewahrt oder als Trinkbecher im Alltag genutzt.
Wenn du den Becher behalten willst, verzichtest du auf die Pfandrückgabe. Der Pfandbetrag ist dann der Preis für dein Souvenir. Manche Fans tauschen untereinander, um verschiedene Designs zu bekommen, etwa wenn ein Künstler auf verschiedenen Tourstationen unterschiedliche Becher-Motive hat.
Beachte: nicht jedes Konzert hat bedruckte Becher. Viele Venues nutzen schlichte, unbedruckte Standardbecher, die als Souvenir weniger interessant sind. Ob es einen besonderen Becher gibt, erfährst du oft erst vor Ort. Wenn dir der Becher wichtig ist, frag am Getränkestand nach, ob es verschiedene Motive gibt, und wähl bewusst.
Nicht überall läuft das Pfand über Bargeld. Manche Veranstaltungen nutzen Pfandmarken oder Wertmarken, die du separat kaufst und am Getränkestand gegen ein Getränk inklusive Becher eintauschst. In diesem System bekommst du bei der Rückgabe des Bechers eine Marke zurück, die du entweder für ein neues Getränk einsetzt oder am Ende an einem Schalter gegen Bargeld eintauschst.
Auf manchen Festivals funktioniert die Bezahlung komplett bargeldlos über ein Armband mit Chip oder eine Festival-App. Dort wird das Pfand digital aufgeladen und bei Rückgabe gutgeschrieben. Wenn du am Ende des Festivals noch Guthaben auf dem Armband hast, kannst du es dir je nach Anbieter online erstatten lassen.
Diese Sondersysteme können anfangs verwirrend sein. Der beste Tipp: informiere dich vor dem Konzert auf der Website des Veranstalters, welches Bezahl- und Pfandsystem genutzt wird. So weißt du, ob du Bargeld, Marken oder eine App brauchst, und stehst nicht überrascht am Stand.
Die Pfandrückgabe klingt einfach, hat aber ein paar praktische Tücken, die du kennen solltest:
Wenn du merkst, dass du den Becher nicht mehr zurückgeben kannst (etwa weil die Rückgabe bereits geschlossen hat), hast du immerhin ein Souvenir. Bei den meisten Venues schließt die Pfandrückgabe kurz nach Konzertende.
Pfandbecher sind ein sichtbarer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, aber nicht die einzige Maßnahme. Viele Venues und Festivals kombinieren das Pfandsystem mit weiteren Maßnahmen: Mülltrennungsstationen, kompostierbares Besteck an den Essensständen, Wasserstationen zum Auffüllen eigener Flaschen und die Zusammenarbeit mit Organisationen, die Pfandbecher für wohltätige Zwecke sammeln.
Für dich als Besucher ist der Pfandbecher der einfachste Beitrag: du gibst ihn zurück, und er wird wiederverwendet. Wenn du einen Schritt weitergehen willst, bring eine eigene Wasserflasche mit (sofern erlaubt), nutze die Mülltrennung vor Ort und nimm deinen Müll mit, wenn keine Tonne in der Nähe ist.
Manche Konzertbesucher sammeln herunterliegende Pfandbecher im Stehbereich ein und geben sie zurück. Das hält den Boden sauberer und bringt ein kleines Taschengeld. Organisationen wie Viva con Agua nutzen dieses Prinzip im großen Stil und sammeln bei Festivals Pfandbecher, um mit dem Erlös Trinkwasserprojekte zu finanzieren.
Wenn du zum ersten Mal auf ein Pfandsystem triffst, hilft ein klarer Ablauf. So verlierst du weder den Überblick noch dein Pfand:
Dieser einfache Ablauf funktioniert bei fast allen Hallen und Festivals. Kleinere Abweichungen gibt es nur bei Sondersystemen mit App oder Chiparmband, die vorher etwas Einarbeitung brauchen.
Manchmal steht man mit dem Becher da und bekommt sein Pfand nicht zurück. Für die typischen Situationen gibt es eine Lösung:
Der beste Schutz vor solchen Problemen ist Vorsorge: gib Becher lieber früher als später zurück, bewahre Belege gut auf und informiere dich vorab über das Pfandsystem der jeweiligen Veranstaltung.
Pfandbeträge und Rückgaberegelungen variieren je nach Veranstalter und Venue; informiere dich vor dem Konzert auf der Veranstalterseite.
Der Pfandbetrag liegt je nach Venue und Veranstalter im Regelfall bei ein bis zwei Euro pro Becher. Den genauen Betrag erfährst du an den Getränkeständen oder auf der Website des Veranstalters.
Bei den meisten Venues ja, an der Rückgabestelle oder am Getränkestand. Bei Festivals mit Wertmarken- oder Armbandssystem läuft die Rückgabe über Marken oder digitales Guthaben.
Ja, du verzichtest dann auf die Pfandrückgabe. Der Pfandbetrag ist dein Kaufpreis für den Becher. Besonders beliebt sind Becher mit Tour- oder Künstlerlogo.
Du verlierst das Pfand. Der Becher wird im besten Fall von jemand anderem zurückgegeben oder vom Reinigungspersonal eingesammelt und wiederverwendet.
Glasscherben sind im Gedränge und im Dunkeln eine Verletzungsgefahr. Deshalb setzen die meisten Venues auf Hartplastik-Mehrwegbecher, die bruchsicher und wiederverwendbar sind.