Der definitive Vergleich der beiden dominierenden Ticket-Anbieter in Deutschland: Marktanteile, Gebührenstrukturen, Kundenservice, Refund-Policies und welcher Anbieter für welche Events der bessere Partner ist.
Die beiden Schwergewichte des deutschen Ticketmarkts unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. CTS Eventim ist der klare Marktführer mit 45% Anteil, vertikal integriert (eigene Promoter, eigene Venues, eigener Sekundärmarkt FanSALE) und bietet die besten Konditionen für deutsche Acts, Festivals und Bundesliga-Tickets. Ticketmaster Deutschland, Teil der US-Muttergesellschaft Live Nation Entertainment, dominiert hingegen internationale Tourneen: Wer Taylor Swift, Bruce Springsteen, Bad Bunny oder Ed Sheeran sehen will, kommt an Ticketmaster nicht vorbei.
Beim Preis hat Eventim marginal die Nase vorn: VVK-Gebühren liegen typischerweise zwischen 12-18% des Ticketpreises, bei Ticketmaster zwischen 15-20%. Bei einem 80€-Ticket bedeutet das eine Differenz von etwa 2-4€. Beim Service bewertet Trustpilot beide Anbieter ähnlich (Eventim 3,2/5, Ticketmaster 2,9/5), wobei Eventim bessere Erreichbarkeit der Hotline und schnellere Refund-Prozesse bei Event-Absagen vorweisen kann.
Für Verbraucher bedeutet das: Beide Plattformen sind sicher und legitim, aber sie bedienen oft unterschiedliche Events. Bei den meisten deutschen Top-Acts hat man keine Wahl, sondern muss den jeweiligen exklusiven Anbieter nutzen. Der Vergleich lohnt sich vor allem bei Dynamic-Pricing-Shows (mehrheitlich Ticketmaster) und der Entscheidung, ob man einen Resale-Ticket bei FanSALE oder Ticketmaster Exchange kauft — hier haben beide Plattformen unterschiedliche Garantien und Kostenstrukturen.
Die CTS Eventim AG wurde 1989 in Bremen als Computer Ticket Service gegründet. Klaus-Peter Schulenberg, heute Vorstandsvorsitzender und Großaktionär (38% Anteil), baute das Unternehmen von einem lokalen Ticket-System zu einem europäischen Giganten aus. Wichtige Meilensteine der Firmengeschichte:
Eventim ist heute weit mehr als ein Ticketverkäufer: Der Konzern besitzt oder betreibt rund 30 Venues in Europa (darunter die Waldbühne Berlin, K-Arena Oberhausen, Zenith München), ist Mutterkonzern von FKP Scorpio, Dreamhaus und weiteren Promoter-Einheiten und betreibt mit FanSALE die größte legale Resale-Plattform Europas. Diese vertikale Integration ist der strategische Kern: Eventim verdient an jedem Glied der Wertschöpfungskette.
Ticketmaster wurde 1976 in Phoenix (Arizona) von Peter Gadwa, Gordon Gunn und Albert Leffler gegründet. Das Unternehmen revolutionierte den US-Ticketmarkt durch die erste computerbasierte Ticketing-Plattform und expandierte in den 1980er-Jahren rasant. Wichtige Stationen:
In Deutschland hat Ticketmaster einen schwereren Stand, weil Eventim den Markt seit Jahrzehnten dominiert. Trotzdem konnte der US-Konzern durch exklusive Verträge mit Live-Nation-produzierten Tourneen einen stabilen Anteil von 25% sichern. Stark ist Ticketmaster bei Musicals (Stage Entertainment nutzt Ticketmaster), internationalen Comedy-Shows und US-Popstars.
| Anbieter | Marktanteil | Umsatz DACH 2026 | Verkaufte Tickets |
|---|---|---|---|
| CTS Eventim | 45% | 2,84 Mrd € | 94 Mio |
| Ticketmaster Deutschland | 25% | 1,58 Mrd € | 42 Mio |
| See Tickets | 15% | 945 Mio € | 28 Mio |
| Reservix | 8% | 504 Mio € | 18 Mio |
| Eventfinder / andere | 7% | 441 Mio € | 12 Mio |
Die Dominanz von Eventim in Deutschland basiert auf drei Säulen: 1) Vertikale Integration — mit FKP Scorpio als größtem Festival-Veranstalter und Dreamhaus als Rock-Promoter verkauft Eventim Tickets zu Events, die es selbst produziert. 2) Bundesliga-Exklusivität — seit 2021 verkauft Eventim exklusiv Tickets für die 1. und 2. Fußball-Bundesliga über die offizielle DFL-Vermarktungs-Plattform. Das sind jährlich über 15 Millionen Tickets. 3) Lokales Know-how — als deutsche Firma versteht Eventim die Besonderheiten des hiesigen Marktes besser als die US-Konkurrenz: deutsche Zahlungspräferenzen (PayPal, Sofortüberweisung), regionale Servicezeiten, deutsche Rechtssprache bei AGBs.
Ticketpreise bestehen aus mehreren Komponenten, und beide Anbieter gestalten sie etwas unterschiedlich. Die wichtigsten Gebührentypen:
Für einen Konzertbesuch mit einem Face Value von 70€ ergibt sich bei beiden Anbietern typischerweise:
Die Differenz von 2,55€ mag gering wirken, summiert sich aber bei mehreren Tickets oder größeren Bestellungen (Gruppentickets, Familien) schnell auf zweistellige Beträge. Bei einem hochpreisigen Konzertticket von 150€ liegt die Differenz schnell bei 6-8€. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat 2025 die Intransparenz der Gebührenkalkulation bei beiden Anbietern kritisiert und fordert klarere Angaben bereits auf der Einstiegsseite.
Ein besonders kontroverses Thema ist Dynamic Pricing. Ticketmaster setzt es seit 2024 aktiv bei Premium-Tourneen ein: Taylor Swift, Bruce Springsteen und Bad Bunny hatten Tickets mit Startpreisen zwischen 80€ und 180€, die sich je nach Nachfrage auf 280€ bis 800€ erhöhten. Die Kritik: Fans erleben einen „Preis-Schock", wenn sie nach Stunden Warteschleife einen anderen (höheren) Preis sehen als angekündigt. Eventim setzt Dynamic Pricing deutlich zurückhaltender ein und beschränkt es auf einzelne Premium-Bereiche wie Bühnen-nahe Plätze. Das Bundeskartellamt hat 2025 eine Sektoruntersuchung zur Dynamic-Pricing-Praxis eingeleitet, deren Ergebnis im Herbst 2026 erwartet wird.
Kundenservice ist ein Themenfeld, bei dem beide Anbieter regelmäßig Kritik einstecken müssen. Die Trustpilot-Bewertungen (Stand April 2026) zeigen:
Beide Werte sind im internationalen Vergleich niedrig, was typisch für Ticketing-Plattformen ist: zufriedene Kunden bewerten selten, enttäuschte häufig. Die häufigsten Beschwerden: lange Warteschleifen bei Event-Absagen, lange Erstattungsdauer, komplizierte Weiterverkaufs-Prozesse, intransparente Gebühren.
Eventim Servicecenter ist unter der Rufnummer 0421/363636 erreichbar, Montag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr, Samstag 10:00 bis 14:00 Uhr. Die durchschnittliche Wartezeit 2026 beträgt laut interner Eventim-Daten 8 Minuten, bei Event-Absagen steigt sie aber auf bis zu 45 Minuten. E-Mail-Support unter [email protected] hat Antwortzeiten von 24-72 Stunden.
Ticketmaster Service ist unter 01806-999000 erreichbar (0,20€ pro Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,60€). Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-18 Uhr, kein Samstag-Service. Wartezeit im Durchschnitt 12 Minuten, Antwort auf E-Mail-Anfragen 48-96 Stunden. Ticketmaster hat 2024 einen Chat-Bot eingeführt, der einfache Anfragen (Bestellstatus, Versand) automatisch beantwortet.
Beide Plattformen bieten automatische Erstattungen bei kompletter Event-Absage. Eventim hat den Prozess stärker automatisiert: Nach Event-Absage werden Ticketinhaber proaktiv per E-Mail informiert, der Refund erfolgt binnen 14 Werktagen automatisch auf die ursprüngliche Zahlungsmethode. Ticketmaster benötigt oft 14-30 Tage und erfordert manchmal manuelle Bestätigung durch den Kunden.
Bei Event-Verschiebung (statt Absage) ist die Sache komplizierter: Beide Anbieter behalten in der Regel die Tickets gültig für den neuen Termin. Wer nicht teilnehmen kann, muss den Refund aktiv beantragen — und bekommt typischerweise nur den Nennwert zurück, nicht die Gebühren. Diese Praxis ist rechtlich umstritten; Verbraucherzentralen empfehlen bei größeren Beträgen eine Musterklage-Teilnahme, um Gebührenrückerstattung zu erzwingen.
Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung zwischen Eventim und Ticketmaster ist nicht der Preis, sondern die Exklusivität. Bei den meisten Events hat der Verbraucher keine Wahl, weil der Veranstalter entschieden hat, wo die Tickets verkauft werden.
Der Ticket-Sekundärmarkt (Resale) ist einer der sensibelsten Themenbereiche der Branche. Beide Plattformen betreiben eigene legale Resale-Angebote, die sich aber in wichtigen Details unterscheiden.
FanSALE wurde 2007 gegründet und ist die größte legale Resale-Plattform Europas. Der entscheidende Punkt: Verkäufer dürfen Tickets maximal zum Originalpreis weiterverkaufen — eine Obergrenze, die bei vielen anderen Resale-Plattformen fehlt. Wer ein 80€-Ticket hat, kann es bei FanSALE für maximal 80€ plus Gebühren (ca. 12%) verkaufen. Der Käufer zahlt damit typischerweise rund 90€ — etwa 7€ mehr als beim Originalkauf, aber deutlich weniger als bei „Wucher"-Plattformen. FanSALE garantiert zusätzlich die Echtheit des Tickets und bietet bei Problemen eine Geld-zurück-Garantie.
Ticketmaster Exchange ist die US-Entsprechung zu FanSALE, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Ticketmaster erlaubt Verkaufspreise bis zum 3-fachen des Originalpreises (in manchen Ländern höher). Das macht Ticketmaster Exchange teurer, aber potenziell für Fans attraktiv, die unbedingt noch ein Ticket für ein ausverkauftes Event wollen. Echtheits-Garantie wird ebenfalls geboten.
Die internationalen Plattformen Viagogo (Schweiz) und StubHub (USA) sind ebenfalls auf dem deutschen Markt aktiv, haben aber einen schlechteren Ruf. Viagogo wurde mehrfach vom OLG München und vom Verbraucherzentrale Bundesverband wegen intransparenter Gebührenstruktur abgemahnt. Fans sollten diese Plattformen nach Möglichkeit meiden oder zumindest extrem vorsichtig sein.
Beide Plattformen unterstützen 2026 eine breite Palette von Zahlungsmethoden. Die wichtigsten im Vergleich:
| Zahlungsmethode | Eventim | Ticketmaster |
|---|---|---|
| Kreditkarte (VISA, MC, Amex) | Ja | Ja |
| PayPal | Ja | Ja |
| Sofortüberweisung | Ja | Nein |
| SEPA-Lastschrift | Ja | Eingeschränkt |
| Klarna Ratenkauf | Ja | Ja |
| Apple Pay / Google Pay | Ja | Ja (seit 2024) |
| Amazon Pay | Nein | Nein |
| Rechnungskauf | Eingeschränkt | Nein |
Eventim hat tendenziell die breitere Palette, insbesondere bei deutschen Spezifika wie Sofortüberweisung. Ticketmaster ist internationaler aufgestellt, aber weniger lokal angepasst. Beide Plattformen bieten Klarna Ratenkauf, was bei teuren Tickets (Stadion-Shows, Premium-Musicals) eine attraktive Option sein kann.
Die technische Stabilität beider Plattformen ist bei Hochlast-Situationen (Ticketstart für Mega-Tourneen) ein Dauerproblem. Ticketmaster hatte 2023 den berüchtigten Taylor Swift „Eras Tour"-Verkaufsstart, bei dem 14 Millionen Fans parallel versuchten, Tickets zu kaufen und das System zusammenbrach. Der Vorfall führte sogar zu einer US-Senatsanhörung. Eventim hat 2022 ähnliche Probleme beim Rammstein-Verkauf erlebt, konnte aber binnen Stunden die Kapazitäten hochfahren. Beide Plattformen investieren 2026 massiv in Cloud-Infrastruktur und Warteschlangen-Systeme.
Die praktische Entscheidung hängt weniger vom Preis als vom jeweiligen Event ab. Unsere Empfehlung:
In der Praxis wird die Wahl des Anbieters meist durch den Veranstalter oder Künstler bestimmt. Nur selten hat der Fan eine echte Entscheidungsfreiheit zwischen beiden Plattformen für dasselbe Event.
Der Gelegenheitsbesucher (1-3 Events pro Jahr): Beide Plattformen funktionieren gut, die Wahl hängt vom jeweiligen Event ab. Vorteil Eventim: einfachere Registrierung und deutschsprachiger Service. Tipp: Account bei beiden Plattformen anlegen, um bei Exklusiv-Events nicht eingeschränkt zu sein.
Der Stammbesucher (10+ Events pro Jahr): Eine Eventim-Mitgliedschaft (kostenlos) mit aktivierten Newsletter-Benachrichtigungen ist für deutsche Acts Gold wert — Pre-Sale-Zugänge sorgen für bessere Ticket-Chancen. Für internationale US-Acts parallel ein Ticketmaster-Konto mit „Verified Fan"-Registrierung, die bei Taylor Swift und Bruce Springsteen den Zugang zu exklusiven Verkaufsfenstern ermöglicht.
Der Budget-Fan: Der günstigste Weg ist der Originalverkauf beim offiziellen Anbieter. Bei ausverkauften Events: FanSALE (niemals Viagogo!) wegen der Preisobergrenze. Für Festivals: Early-Bird-Tickets direkt nach dem Festival für die nächste Edition kaufen. Für Sport: Dauerkarten sind pro Spiel deutlich günstiger als Einzel-Tickets. Für Musicals: Wochentags-Shows sind oft 20-30% günstiger als Wochenend-Termine und deutlich leichter verfügbar. Letzte-Minute-Angebote bei Eventim und Ticketmaster in den letzten Tagen vor einem Event können zudem deutliche Rabatte bringen, lohnen sich aber nur bei Events mit offenen Kontingenten und ohne festen Sitzplatz. Auch Gutscheine und Bonusprogramme der beiden Anbieter lohnen sich zu prüfen, da diese oft unbemerkt attraktive Rabatte bieten können.
Die Ticketing-Branche steht 2026 vor mehreren Umbrüchen, die beide Anbieter unterschiedlich betreffen. Der wichtigste ist die zunehmende Regulierung. Die EU arbeitet seit 2024 an einer Richtlinie zum Schutz von Event-Konsumenten, die Dynamic Pricing transparenter machen und den gewerblichen Weiterverkauf strenger regulieren soll. Der erste Entwurf wurde im Dezember 2025 vorgestellt; die Verabschiedung durch das EU-Parlament wird 2027 erwartet. Ein zweiter Trend ist die Blockchain-basierte Ticketing-Technologie. Kleinere Start-ups wie YellowHeart und Seatlab verwenden NFTs als fälschungssichere Tickets. Weder Eventim noch Ticketmaster haben diese Technologie bisher in großem Stil eingesetzt, beide prüfen aber Pilot-Projekte.
Ein dritter Trend ist die Konsolidierung. Kleinere Anbieter geraten durch Margendruck unter Druck. Marktbeobachter erwarten in den nächsten zwei Jahren mindestens zwei weitere Akquisitionen durch Eventim oder Ticketmaster, die die Marktkonzentration weiter erhöhen werden. Aus Konsumentensicht ist das problematisch, weil es Wettbewerb und damit Preisdruck reduziert. Aus Veranstalter-Sicht vereinfacht es Vertrieb und Marketing, weil weniger Partner zu koordinieren sind. Die Branche steht 2026 an einem Scheideweg zwischen Professionalisierung und Monopolisierung — welcher Weg am Ende dominiert, wird vor allem von der Rolle der Regulierungsbehörden abhängen.
Für Endverbraucher bedeutet das: Die Wahl zwischen Eventim und Ticketmaster wird in den nächsten Jahren noch weniger wirklich eine Wahl sein. Die beiden Giganten werden ihre Marktpositionen weiter festigen, während kleinere Anbieter eine Nischen-Rolle einnehmen. Umso wichtiger wird die Transparenz bei Gebühren, faire Refund-Prozesse und ein starker Verbraucherschutz — alles Themen, die in den kommenden Jahren sicher weiter im Rampenlicht stehen werden.
Ein Berliner Ehepaar mit zwei Teenagern kauft im Januar 2026 vier 3-Tages-Tickets für Rock am Ring. Ausschließlich über Eventim möglich (exklusiver FKP-Scorpio-Deal). Der Kaufprozess: Konto-Login, Event-Auswahl, 4 Tickets, Zahlung per PayPal. Gesamtpreis: 4 × 289€ = 1.156€ + 4 × 15€ VVK-Gebühr + 2,95€ Systemgebühr = 1.218,95€. Die Tickets werden als E-Ticket im Kundenkonto gespeichert und können drei Monate vor dem Event auch per Apple Wallet eingebunden werden. Die Familie erhält automatisch Updates zum Event per E-Mail und kann bei Bedarf einzelne Tickets über FanSALE zum Nennwert zurückverkaufen.
Eine 24-jährige Studentin aus München versucht im Juli 2024, Tickets für die Taylor-Swift-Show in München zu bekommen. Ticketmaster öffnet den Verkauf um 10:00 Uhr; die Studentin loggt sich um 9:58 ein und landet in der Warteschlange auf Position 482.000. Sie wartet fast 4 Stunden, bis die Warteschlange sich bewegt. Als sie endlich Zugang zum Buchungs-Prozess erhält, zeigt Dynamic Pricing Preise zwischen 185€ und 680€ — deutlich über den angekündigten 80-180€ aus der Presse. Sie kauft schließlich ein Ticket für 245€ + 29,40€ Service Fee = 274,40€. Bei Eventim hätte es das Ticket nicht gegeben, weil die Swift-Tour exklusiv bei Ticketmaster lief.
Ein Borussia-Dortmund-Fan kauft seine BVB-Saisonkarte 2026/27 über Eventim, weil seit 2021 alle Bundesliga-Tickets exklusiv dort verkauft werden. Der Preis für eine Dauerkarte Nordtribüne (Stehplatz) liegt bei 247€ für 17 Heimspiele — ohne nennenswerte Eventim-Gebühren (DFL hat die Gebühren in den Ticketpreis integriert). Der Fan bekommt eine personalisierte Dauerkarte als Plastikkarte und kann einzelne Spiele, die er nicht besuchen kann, über FanSALE an andere Fans zum Nennwert weitergeben. Das ist der Komfort-Vorteil der Eventim-DFL-Partnerschaft.
Datenschutz ist 2026 ein zentrales Thema, besonders weil Ticketing-Plattformen sehr persönliche Daten verarbeiten: Name, Anschrift, Geburtsdatum, Zahlungsdaten, Event-Präferenzen, Kauf-Historie. Für viele Käufer ist wichtig, wie diese Daten geschützt und verwendet werden.
CTS Eventim ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in München und unterliegt vollständig der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Datenverarbeitung erfolgt überwiegend auf Servern in Deutschland und der EU. Die Datenschutzerklärung von Eventim ist 2026 verhältnismäßig transparent und listet alle Datenkategorien auf. Kritikpunkte: Marketingcookies sind standardmäßig aktiviert, und die Weitergabe an Werbepartner muss aktiv abgewählt werden. Nutzer können ihre Daten löschen lassen, müssen dies aber schriftlich beantragen.
Ticketmaster Deutschland ist eine Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Live Nation Entertainment und unterliegt damit sowohl der DSGVO als auch US-Datenschutzregeln. Die Datenverarbeitung erfolgt teilweise auf US-Servern, was aus DSGVO-Sicht ein Spannungsfeld ist. Nach dem Wegfall des US-EU Privacy Shield 2020 nutzt Ticketmaster die Standard Contractual Clauses (SCCs) als Rechtsgrundlage für Datentransfers in die USA. Kritiker bemängeln, dass diese nicht ausreichen, um ein DSGVO-gleichwertiges Schutzniveau zu gewährleisten.
Im April 2024 wurde Ticketmaster in den USA Opfer eines massiven Hacks, bei dem Daten von 560 Millionen Kunden gestohlen wurden. Deutsche Kunden waren ebenfalls betroffen. Die Aufsichtsbehörden in Europa (Irland, Deutschland) leiteten Ermittlungen ein, die bis April 2026 noch nicht abgeschlossen sind. Für datenschutzsensible Käufer ist dieser Vorfall ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Plattform.
Beide Plattformen bieten mobile Apps für iOS und Android an, die für Frequent-Eventgänger fast unverzichtbar sind. Ein Vergleich der Funktionen:
Die Eventim App (verfügbar im App Store und bei Google Play, über 12 Millionen Downloads) bietet die komplette Kauf-Funktionalität, Push-Notifications für bevorstehende Events, ein digitales Wallet für Tickets und eine Integration mit Apple Wallet / Google Wallet. Bewertungen: iOS 4,5/5, Android 4,2/5. Stärken: übersichtliche Navigation, schnelle Performance, gute Such- und Filter-Funktionen nach Stadt, Datum, Künstler. Schwächen: Gelegentliche Abstürze bei großen Nachfragespitzen.
Die Ticketmaster App ist international einheitlich und wird in über 30 Ländern verwendet. Über 25 Millionen Downloads weltweit. Bewertungen: iOS 4,2/5, Android 3,9/5. Stärken: gute Venue-Informationen (Sitzpläne, Zufahrtswege, Parkhäuser), Integration mit Live Nation-Content, umfangreiche Event-Datenbank. Schwächen: Die App ist auf US-Markt optimiert und wirkt in Deutschland manchmal „fremd" (Übersetzungen, Zahlungsabläufe).
Beide Anbieter haben im Laufe ihrer Geschichte Kontroversen erlebt, die für potenzielle Käufer aufschlussreich sein können.
Die marktdominierende Stellung von Eventim in Deutschland wurde mehrfach vom Bundeskartellamt überprüft. 2019 wurde ein Verfahren eingeleitet wegen möglichem Missbrauch der Marktmacht gegenüber kleineren Ticketverkäufern und Venues. Das Verfahren wurde 2022 eingestellt — nach Aussage des Kartellamts konnten die behaupteten Missbrauchspraktiken nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Kritiker sehen dies als zu nachsichtig an und verweisen auf weiterhin aggressive Vertragsklauseln gegenüber Venues, die praktisch keine Alternative zu Eventim haben.
Ein weiteres Streitthema ist die Bundesliga-Exklusivität seit 2021. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte den Exklusivvertrag an Eventim vergeben, nachdem zuvor mehrere Anbieter parallel tätig waren. Fans und Verbraucherschützer kritisierten, dass dies zu einer weiteren Konzentration des Ticketmarktes führt, ohne dass Fans davon profitieren.
Der Verkaufsstart für Taylor Swifts „Eras Tour" im November 2022 gilt als einer der größten Ticketing-Skandale der Geschichte. 14 Millionen Fans versuchten gleichzeitig, Tickets zu kaufen, das System brach zusammen, viele Fans standen über zehn Stunden in virtuellen Warteschlangen ohne Erfolg. Die US-Regulierungsbehörde FTC leitete eine Untersuchung ein, Taylor Swift äußerte sich öffentlich „extrem enttäuscht" über Ticketmaster. Im Januar 2023 fand eine US-Senatsanhörung statt, bei der Senatoren Live-Nation-Chefs scharf kritisierten.
Zwei weitere Kontroversen: 2023 wurde in den USA eine Klage der Justizministerin gegen Live Nation Entertainment wegen Verletzung von Kartellrecht eingereicht. Das Verfahren läuft noch, Urteil möglicherweise 2027. 2024 wurde Ticketmaster Opfer eines massiven Datendiebstahls (560 Millionen Datensätze), der weltweit Kunden betraf.
Beide Unternehmen sind nicht nur in Deutschland aktiv, sondern verfolgen eine internationale Strategie. Die globale Perspektive ist relevant, weil sie Marktmacht, Ressourcen und Zukunftspläne beeinflusst.
Eventim ist in 25 Ländern aktiv, hauptsächlich in Europa. Starke Marktpositionen:
In den USA hat Eventim 2020 eine Kooperation mit dem Promoter Messina Touring Group geschlossen, bleibt dort aber ein Nischenspieler. Die Strategie ist klar: Europa dominieren, USA nicht direkt angreifen, sondern über Partner operieren.
Live Nation Entertainment ist mit Sitz in Beverly Hills der weltweit größte Konzertveranstalter. Ticketmaster-Marktanteile:
Live Nation produziert zudem über eigene Promoter-Abteilungen Tourneen weltweit und verkauft diese Tickets über Ticketmaster — ähnlich vertikal integriert wie Eventim in Europa. Der Gesamtkonzern-Umsatz 2024 lag bei 22,8 Mrd USD, davon 4,1 Mrd USD aus dem Ticketing-Geschäft.
Um den Gebührenvergleich greifbarer zu machen, hier drei konkrete Beispiele aus April 2026 (Stand Stichprobe) für Events, die bei beiden Plattformen angeboten werden oder deren Preise vergleichbar sind:
Die Beispiele zeigen: Im Primärmarkt sind die Unterschiede zwischen Eventim und Ticketmaster relativ klein (2-4%). Im Sekundärmarkt sind die Unterschiede dagegen enorm, weil FanSALE eine Preisobergrenze hat und Wucher verhindert. Für preissensible Käufer lohnt sich der Vergleich vor allem bei Weiterverkäufen.
Eventim ist im Durchschnitt 2-4€ günstiger bei typischen Konzerttickets. Bei Dynamic-Pricing-Shows kann Ticketmaster deutlich teurer werden.
Exklusiv bei Eventim. Alle offiziellen Rammstein-Tourneen laufen über Eventim.
Exklusiv bei Ticketmaster. Live Nation verwaltet alle Taylor-Swift-Tourneen.
Ja, FanSALE bietet Echtheits-Garantie und eine Preisobergrenze von 100% des Originalpreises.
Eventim 14 Werktage, Ticketmaster 14-30 Tage. Bei Teil-Refund länger.
Sofort Kontakt zum Kundendienst aufnehmen. Rücktritt ist bei digitalen Diensten nur eingeschränkt möglich, aber Kulanz ist oft gegeben.
Beide Plattformen behalten Tickets gültig. Refund nur bei expliziter Beantragung, meist ohne Gebühren.
Die Gebühren decken Transaktionskosten, Serverkosten, Kreditkarten-Fees, Risikomanagement und die Margen der Plattform.
Ja: See Tickets, Reservix, Kulturgipfel, Frontgate Tickets — aber mit deutlich kleinerer Auswahl.
Eine Sektoruntersuchung läuft seit 2025, Abschluss Herbst 2026 erwartet. Konkrete Konsequenzen sind ungewiss.