Ein Karnevalskostüm selber machen spart Geld und sorgt für einen garantiert einzigartigen Auftritt. Sie brauchen dafür weder eine Nähmaschine noch handwerkliches Talent. Mit den richtigen Materialien, etwas Planung und den folgenden Anleitungen entstehen kreative Verkleidungen für Erwachsene und Kinder an einem Nachmittag.
Bevor Sie mit dem ersten Kostüm starten, legen Sie sich einen kleinen Vorrat an Basismaterialien zu. Mit diesen Dingen lassen sich die meisten Verkleidungen umsetzen:
Planen Sie außerdem Schere, Maßband, Sicherheitsnadeln und doppelseitiges Klebeband ein. Mit dieser Grundausstattung sind Sie für fast jedes Projekt gerüstet. Bewahren Sie übrig gebliebenes Material nach dem Karneval auf, denn im nächsten Jahr sparen Sie sich damit den Einkauf und können direkt loslegen.
Nicht jeder besitzt eine Nähmaschine, und das ist kein Hindernis. Diese fünf Kostüme entstehen komplett ohne Nadel und Faden:
Taco: Schneiden Sie aus beigem Filz ein großes Halboval als Taco-Schale. Kleben Sie grüne Filzstreifen (Salat), gelbe Dreiecke (Käse), rote Kreise (Tomaten) und braune Stücke (Hackfleisch) darauf. Befestigen Sie die Schale mit Hosenträgern oder einem Band um den Hals an Ihrem Körper.
Vogelscheuche: Kombinieren Sie ein kariertes Hemd, eine abgetragene Jeans und einen Strohhut. Stecken Sie Stroh oder Bast an Ärmeln, Hosenbein und Kragen fest. Schminken Sie Flicken und Nähte ins Gesicht, und die Verkleidung sitzt.
Statische Aufladung: Ziehen Sie ein einfarbiges T-Shirt an und kleben Sie mit Sicherheitsnadeln einzelne Socken, ein kleines Handtuch und andere leichte Wäschestücke daran fest. Verwuscheln Sie Ihre Haare, und das Kostüm erklärt sich selbst.
Tourist: Hawaii-Hemd, kurze Hose, Sandalen mit Socken, Sonnenbrille, Kamera um den Hals und ein aufgeklappter Stadtplan. Ein Kostüm, das in zehn Minuten aus vorhandener Kleidung entsteht.
Mumie: Reißen Sie ein altes weißes Bettlaken in lange Streifen und wickeln Sie diese mit Sicherheitsnadeln um Arme, Beine und Oberkörper. Lassen Sie die Enden bewusst lose hängen, und betupfen Sie einzelne Stellen mit verdünnter Kaffeefarbe für einen gealterten Effekt.
Kinder wachsen schnell, deshalb lohnt sich ein teures Kaufkostüm selten länger als eine Saison. Selbstgemachte Kostüme passen sich an und lassen Kinder beim Basteln mithelfen:
Dinosaurier: Nehmen Sie einen grünen Kapuzenpullover als Basis. Schneiden Sie aus grünem Tonkarton dreieckige Zacken aus und kleben Sie diese mit Heißkleber entlang der Kapuze und des Rückens auf. Aus weißem Filz entstehen Zähne, die Sie vorne an die Kapuze kleben. Der Schwanz besteht aus einem mit Zeitungspapier ausgestopften Stoffschlauch.
Superheld ohne Lizenz: Ein einfarbiges T-Shirt, darüber getragene Unterhose, ein Umhang aus einem alten Kissenbezug und eine selbst gebastelte Maske aus Filz ergeben ein eigenständiges Superhelden-Kostüm. Lassen Sie Ihr Kind ein eigenes Logo entwerfen und auf das Shirt kleben.
Schmetterling: Schneiden Sie aus einem großen Stück Pappe zwei symmetrische Flügelformen aus. Bemalen Sie die Flügel bunt oder bekleben Sie sie mit Seidenpapier. Befestigen Sie die Flügel mit Gummibändern als Rucksack auf dem Rücken. Ein schwarzes Outfit darunter und Fühler aus Pfeifenreinigern auf einem Haarreif vervollständigen das Kostüm.
Lassen Sie Kinder ab vier Jahren aktiv mitbasteln. Das steigert die Vorfreude und sorgt dafür, dass sie das Kostüm am Karnevalsabend stolz und gerne tragen.
Gemeinsame Verkleidungen fallen auf und machen doppelt Spaß. Der Schlüssel liegt darin, ein Thema zu wählen, das sofort erkennbar ist, ohne aufwendige Requisiten zu erfordern:
Salz und Pfeffer: Zwei weiße T-Shirts, eines mit einem großen S, das andere mit einem großen P beschriftet. Kleben Sie auf das S-Shirt weiße Pompons, auf das P-Shirt schwarze. Setzen Sie sich jeweils eine Kappe aus Silberfolie auf, die den Streudeckel eines Gewürzstreuers darstellt.
Tetris-Steine: Schneiden Sie aus großen Kartons verschiedene Tetris-Formen aus und bemalen Sie jede Form in einer anderen Farbe. Pro Person ein Stein, und die Gruppe wird sofort erkannt. Der Aufwand pro Person beträgt etwa eine Stunde.
Waldtiere: Jede Person wählt ein Tier und setzt es mit Ohren aus Filz auf einem Haarreif, passendem Schwanz und Gesichtsschminke um. Fuchs, Reh, Eule und Igel ergeben zusammen ein stimmiges Waldbild.
Gruppenkostüme gelingen am besten, wenn Sie sich vorher auf eine Farbpalette und einen Detailgrad einigen. So wirkt die Gruppe einheitlich, auch wenn jedes Einzelkostüm anders ist. Planen Sie einen gemeinsamen Bastelnachmittag ein, damit alle Teile aufeinander abgestimmt entstehen. Fotografieren Sie die fertigen Kostüme vorher einzeln und zusammen, um rechtzeitig zu erkennen, wo noch Anpassungen nötig sind.
Manchmal bleibt keine Zeit für ausführliches Basteln. Diese Kostüme setzen Sie aus Dingen zusammen, die Sie bereits zu Hause haben:
Gespenst: Ein weißes Bettlaken, zwei Löcher für die Augen, fertig. Klingt simpel, funktioniert aber zuverlässig, vor allem mit etwas Schminke unter dem Laken.
Katze: Schwarze Kleidung, Eyeliner-Nase und Schnurrhaare, Ohren aus schwarzem Tonpapier auf einem Haarreif. Zeitaufwand: fünfzehn Minuten.
Mime: Weißes Oberteil, schwarze Hose, Hosenträger, Gesicht weiß schminken, Augenbrauen und Lippen schwarz betonen. Dazu weiße Handschuhe, und Sie sind fertig.
Bankräuber: Schwarze Kleidung, ein Ringelpullover (falls vorhanden), eine Augenmaske aus schwarzem Stoff und ein Stoffbeutel mit einem aufgemalten Dollarzeichen. Alles aus dem eigenen Schrank zusammengestellt.
Pirat: Ein gestreiftes Shirt, eine abgeschnittene Hose, ein Tuch als Kopfbedeckung und ein Eyeliner-Bart ergeben in wenigen Minuten einen überzeugenden Seeräuber. Eine Augenklappe aus schwarzem Filz und ein Gürtel vervollständigen den Auftritt.
Der Schlüssel zu überzeugenden Last-Minute-Kostümen ist die Schminke. Ein gut geschminktes Gesicht kompensiert ein einfaches Outfit. Investieren Sie die wenige verfügbare Zeit daher in die Gesichtsbemalung statt in aufwendige Kleidung. Eine gepflegte Perücke vom Vorjahr oder ein markanter Hut kann ebenfalls das gesamte Erscheinungsbild tragen.
Selbstgemachte Kostüme scheitern selten an mangelnder Kreativität, sondern an vermeidbaren Fehlern in der Umsetzung:
Zu spät anfangen: Heißkleber braucht Zeit zum Trocknen, Farbe muss aushärten, und beim Zuschneiden geht immer etwas schief. Planen Sie mindestens einen freien Nachmittag ein, auch für einfache Projekte. Wer am Morgen des Karnevalstags anfängt, landet unter Zeitdruck bei einem halbfertigen Ergebnis.
Unbequeme Materialien: Ein Kostüm, das kratzt, einengt oder bei jedem Schritt verrutscht, macht keinen Spaß. Testen Sie die Bewegungsfreiheit, bevor Sie alles festkleben. Setzen Sie sich probeweise hin, tanzen Sie ein paar Schritte und prüfen Sie den Gang zur Toilette, bevor Sie alles endgültig fixieren.
Nicht wetterfest planen: Karnevalsumzüge finden draußen statt, oft bei Kälte und Regen. Bauen Sie das Kostüm so auf, dass Sie eine warme Schicht darunter tragen können. Vermeiden Sie Pappe als tragendes Element für Outdoor-Events, da sie bei Nässe zusammenfällt.
Sicherheit ignorieren: Lange Schals, flatternde Stoffe und offene Flammen (Kerzen auf Hüten) sind Gefahrenquellen, besonders bei Kindern. Verwenden Sie schwer entflammbare Materialien und achten Sie darauf, dass das Kostüm die Sicht nicht einschränkt.
Zu kompliziert denken: Die wirkungsvollsten Kostüme sind oft die einfachsten. Ein klar erkennbares Motiv schlägt eine aufwendige Konstruktion, die niemand versteht. Fragen Sie sich vor dem Basteln: Erkennt man auf drei Meter Entfernung, was ich darstelle?
Alle Anleitungen sind allgemeine Bastelideen ohne Gewähr; achten Sie bei Materialien auf die Herstellerangaben zu Entflammbarkeit und Hautverträglichkeit.
Die meisten DIY-Kostüme kosten unter zwanzig Euro an Material, wenn Sie Stoffreste und alte Kleidung verwenden. Eine Heißklebepistole, Filz und Schminke decken die Basis ab. Aufwendigere Projekte mit speziellem Stoff oder Perücken können mehr kosten, bleiben aber deutlich unter dem Preis fertiger Kaufkostüme.
Fast alle in diesem Ratgeber vorgestellten Kostüme kommen ohne Nähen aus. Heißkleber, Sicherheitsnadeln und doppelseitiges Klebeband ersetzen Nadel und Faden in den meisten Fällen zuverlässig. Besonders Filz eignet sich, weil er nicht ausfranst und geklebt werden kann.
Verwenden Sie keine Pappe als tragendes Element, da sie bei Regen aufweicht. Setzen Sie auf Kunststoff, beschichteten Stoff oder laminierte Oberflächen. Planen Sie das Kostüm so, dass warme Kleidung darunter passt, und fixieren Sie alle Teile doppelt, damit Wind sie nicht löst.
Kinder ab etwa vier Jahren können Filzteile aufkleben, Pappe bemalen und einfache Formen ausschneiden. Heißklebepistolen und scharfe Scheren bleiben Erwachsenen vorbehalten. Ältere Kinder ab acht Jahren schaffen mit Anleitung bereits eigene kleine Projekte.
Wasserbasierte Theaterschminke ist hautverträglich, deckt gut und lässt sich mit Wasser und Seife entfernen. Achten Sie auf dermatologisch getestete Produkte, besonders bei Kindern. Ölbasierte Schminke hält länger, erfordert aber zum Entfernen einen speziellen Reiniger.
Viele Halloween-Kostüme lassen sich mit kleinen Änderungen karnevalstauglich machen. Entfernen Sie gruselige Elemente und ersetzen Sie sie durch farbenfrohe Details. Ein Skelett-Anzug wird mit bunten Blumen zu einem 'Tag der Toten'-Kostüm, ein schwarzer Umhang funktioniert für Zauberer genauso wie für Vampire.